Kurz und prägnant :
- Kraton in : DTV / Diercke Wörterbuch Allgemeine Geographie
- Herausgeber : Hartmut Leser, 10. Auflage, Febr. 1998
ISBN 3-423-03421-1 (dtv); ISBN 3-14-136070-7 (westermann)
S. 416 :
Kraton ( Kratogen ) : auch als "alte Masse" bezeichnete, verfestigte und nicht mehr faltbare Bereiche der → Erdkruste, die bei tektonischen Prozessen infolge Druckes mit → Bruchtektonik reagieren.
Unterschieden werden → Hochkratone und → Tiefkratone .
Dem K. gegenüber steht das Orogen. Sehr alte K. sind die → Schilde oder → Urkratone
hier wird darauf hingewiesen, daß Kraton als Wort zugleich Gegensatz zum Wort "Orogen" ist, was in der Geologie als Fachbegriff für "Gebirge" verstanden wurde, abgeleitet vom Begriff "Orogenese" für die Prozesse der "Gebirgsbildung". - Die Mode, einen spezifischen Fachbegriffe (Terminus) in wissenschaftlichen Fachbereichen international zu verwenden hatte spachübergreifend den Vorteil, daß Wissenschaftler anhand solcher Begriffe als Stichwort Arbeitstitel, Artikel, Bücher usw. leichter bestimmten Wissensgebieten zuordnen könnten, die mit einem möglichst kurzen Wort eine ganz bestimmte, auch komplizierte Bedeutung haben könn(t)en.
- Kraton in : Geologisches Wörterbuch - Hans Murawski / Wilhelm Mayer
11. überarbeitete u. erweiterte Auflage, 2004, ISBN 3-8274-1445-8
S. 254 :
Kraton (*H.Stille, 1933), konsolidierter Krustenteil, der nicht mehr alpinotyp (siehe da), sondern höchstens noch germanotyp (siehe da ) verformt werden kann.
Als Hochkratone werden die Kontinentalblöcke - mit überwiegend sialischer Zusammensetzung -, als Tiefkratone die ozeanischen Becken mit nur relativ geringem sialischen Deckmaterial und im übrigen simischen Unterbau bezeichnet. STILLE sah .....
.. Schon in präkambrischer Zeit konsolidierte Komplexe (→ Konsolidation) wurden von STILLE Urkratone genannt. Für die "alten erstarrten Tafeln" hatte L. Kober (1921) bereits die Bezeichnung Kratogen vorgeschlagen.
und etymologisch wird zu 'kraton' (im Anhang d. Wörterbuchs) erklärt:
kratéo - herrschen
außerdem führt das Geolog. Wörterbuch an :
kratogene Sippen → Alkaligesteine
Internet-Zitat KRATON, am 23.2.2005 : - bei:
http://www.geologieinfo.de/geolexikon/begriff.php?was=kraton
Die Kratone bilden die Kerne der Kontinente und erfuhren ihre letzte Orogenese zumeist vor mehr als 500 Millionen Jahren (im Präkambrium). Sie bestehen aus den "Alten Schilden", dem mehrfach gefalteten und metamorphisierten Grundgebirge, und dem diskordant auflagernden Deckgebirge, der Tafel. Meist haben sie ein relative ausgeglichenes Relief und sind, wie im Baltischen Schild, der weite Teile Skandinaviens umfaßt, zumeist bis auf das metamorphe Grundgebirge abgetragen.
Kraton bei Westermann, Lexikon der Geographie
Westermann, WLG Band II, F-K, 1969
S.883
- Kraton (Kratogen),
durch → Konsolidierung verfestigter Krustenteil, der nicht mehr gefaltet werden kann; K. erleiden daher bei weiterem tektonischen Druck Bruchbidung. U r - K. sind die Urkontinente. Urgebirgsmassive, Blöcke, Schilde, Tafeln sind K., die bereits im Algonkium konsolidiert waren.
Als H o c h - K. werden auch Kontinentalgebiete, als T i e f - K. Tiefseebecken bezeichnet. Kratonischer Tektonismus (Epirokinese) ist der für konsolidierte Massen charakteristische Baustil, bei dem Zerrungen und Verzerrungen der Kruste für die tektonische Gestaltung entscheidend sind und Raumeinengungen stark zurücktreten ( → germanotyp).
Anmerkung : auch dieser Beitrag weist auf den KOBER-Begriff "Kratogen" hin; - Hinweis : leider ist die frühere Deutung "Tief-Kratone" eigentlich Quatsch (s.o.), weil Altersbestimmungen inzwischen zeigten, daß die gesamten Ozeanböden nur sehr junge Gesteine aufweisen und noch nicht "konsolidiert" sein können ! , → siehe Anmerkung oben ! Es mag die Verwirrungen spiegeln, denen zumindest eine Generation herangebildeter Geolog/innen ausgesetzt war im Zuge der Versuche, alte und neue Wissenschaftstheorien miteinander in harmonischen Einklang zu bringen ...
- oder z.B. beim Internet-Lexikon Wikipedia :
"http://de.wikipedia.org/wiki/Kraton"
Zitat :
"Als Kraton bezeichnet man in der Geologie sehr alte Festlandskerne von Kontinentalschollen. Neben Kratonen bestehen Kontinentalplatten auch aus jüngerem, meist verfaltetem Gestein, das beispielsweise bei der Kollision mit anderen Platten entstanden ist, wie ehemaliger hochgehobener Ozeanboden, angeschweißte Teile anderer Kontinentalplatten oder Vulkanketten, die aus Subduktionszonen emporgestiegen sind." ..
Kratone dagegen haben nach dem Präkambrium oder seit Beginn des Paläozoikums keine tektonische Umformung wie Faltung, Aufwölbung o.ä. mehr erfahren, sind also mindestens eine Milliarde Jahre unverändert geblieben ..
( Anmerkung zur
→ Zeitangabe - am Abschnittsende ).
..In den Kratonen tritt meistens das kristalline Grundgebirge als Festlandsschild zu Tage, sehr alte Kruste, schon im Präkambrium durch vermutlich tektonische Vorgänge intensiv verfaltet, in großen Tiefen metamorph umgewandelt und meist schon stark erodiert.
Häufig sind die Schilde mit ebenfalls in jüngerer Zeit nicht mehr verformten Sedimenten bedeckt. Hier spricht man von Tafeln oder Plattformen. Die Sedimente können aber diskordant aufliegen. Diskordant heißt, zwischen Schild und Bedeckung besteht eine Sedimentlücke. Also muss dieser Teil des Kraton einmal Land gewesen sein, was zur Erosion bestimmter Schichten geführt hat und kann wieder von Meer überflutet gewesen sein, woher die Sedimente stammen. "
ANMERKUNG : Anmerkung zu : Zeitangabe
Die Zeitangabe "mindestens 1 Mrd Jahre" im Wikipedia-Lexikon entspricht nicht ganz den bislang gewohnten Lehrbuchangaben : Der Beginn des Paläozoikum wird zumeist mit knapp 600 Mio Jahren vor heute angegeben, die ältesten fossilisierten Lebensspuren seien aber über weit über 1 Mrd Jahre alt ( dies bezeugten in jüngerer Zeit auch fossile Spurenfunde des Craawford-Preisträgers SEILACHER, Tübingen/Yale )
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