"GEO-Kraton von Eike Grätzel" <info@kraton.de>
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  Was bedeutet eigentlich KRATON ???    ... in den GEOWISSENSCHAFTEN
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Kraton    allgemein   |   → geologisch   |   → indones. Palast   |   → Produktname     |  

zusammengestellt von : Eike Grätzel, überarbeitet 2005 © Version: allgemein verständlich ( hoffentlich )
kleine Informationsauswahl : verschieden mögliche Darstellungen zum internationalen Begriff Kraton / ( engl.: craton )
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Kraton : das "Herzstück der Kontinente" - zugleich "Kunststück" wissenschaftlicher Kultur
  • internationaler geologischer Grundbegriff in den Geowissenschaften.

    ( Geologie = wird auch umschrieben als Lehre von Entstehung, Gestalt/Zusammensetzung u. Werdegang d. Erde und den bei Veränderungen wirkenden Prozessen, usw. )


    Die bislang kürzest gefundene Kraton-Erklärung im Internet : ( bei http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kraton ) 22MAR2005

    Kraton (das; griechisch), ein nicht mehr faltbarer, seit Urzeiten versteifter Festlandsockel. (Version 15.03.2005)




    "Urheber" / Wortgeschichte   -   KRATON

    Der deutsche Geologe Hans Stille habe "Kraton" erstmals 1933 als Begriff für
    "konsolidierte Erdkruste" vorgestellt in einem Vortrag
    ( während einer Konferenz in den USA zu tektonischen Beziehungen zwischen USA und Europa )

    ( persönl. Mitteilung des Stille-Schülers Prof. emer. Reinhard Schönenberg , Tübingen, ca. 1993 )


    STILLE hatte 1933 den zuvor bestehenden Begriff "Kratogen" des Geologen KOBER ( Österreich) ersetzt.
    International gebräuchlich wurde Kraton oder engl.: craton

    KOBER habe "Kratogen" 1921 vorgestellt.
    ( nach "Murawski/Meyer: Geologisches Wörterbuch" )
    Der Grund für die Wahl des Wortes Kraton deutet auch auf kulturhistorische Gepflogenheiten zur Auswahl "moderner" Begriffe in den Wissenschaften hin. ( Artikel-Konzept dazu )


    Mit der Bedeutung "konsolidierte Erdkruste" hat Kraton zentral und umfassende Bedeutung als geologischer Grundbegriff .

    - Kraton wurde allerdings zugleich auch mit dem Begriff "Tiefkraton" ( für Ozean-Erdkruste ) Beispiel, daß es eine Weile dauert und schwierig scheint, auch in akademischen Bereichen neue Kenntnisse einzugliedern, neues und altes Wissen zu "harmonisieren" und einmal falsche Interpretationen später zu korrigieren.

        Erklärungen, Anmerkungen, Zitate, Links
        => konsolidierte Erdkruste, "Ur-Kontinent", Kontinentalkern



      • "Kraton" wurde als Gegenstück zu "Orogen" verstanden.
        • - Orogen für (Falten-)Gebirge hatte man vom Begriff "Orogenese" ( für → Gebirgsbildung ) abgeleitet .

        "Kraton"
        für "konsolidierte Erdkruste" bezeichnete bereits damals bekannte feste alte Teile der Kontinente, die man als älteste Anteile der Festländer überhaupt erkannte, welche schon in der Frühzeit des Planeten gebildet wurden, im Präkambrium. Diese Erdkrustenteile betreffende Gebirgsbildungsprozsse reichen so lange zurück, daß man auf Theorien und Mutmaßungen angewiesen ist. Dieses "Grundgebirge" entstand bereits "in grauer Urzeit" - wohl bereits sehr lange bevor es versteinerte Reste früherer Pflanzen- und Lebewelten ( Fossilien ) gab.
        Die "Erdfrühzeit des Präkambrium macht nach bisheriger Kenntnis bei einem Alter von etwa 4,5 Mrd Jahren des Planeten Erde immerhin etwa 8/9 oder knapp 90% der gesamten bisherigen Erdgeschichte aus !

        "Tektonisch stabil" und "konsolidierte Erdkruste", damit wurde angenommen, ein "Kraton" würde sich wohl auch zukünftig als kompakte stabile Masse verhalten und nicht mehr zu "Faltengebirge" verformen lassen.

      • Die damalige Annahme, auch die Ozeane seien langzeitig stabile Teile der Erdkruste erbrachte die Bennenung als "Tief-Kratone", erwies sich aber später als falsch.

      • Der Begriff Kraton wurde bei einer wissenschaftlichen tektonischen Konferenz vorgestellt .
        • ( "Tektonik" als Wissenschaft untersucht u.a. auch die Prozesse von Gebirgsbildungen und das Verhalten von Gesteinen, Anteile der Erdkruste, insbesondere auf Druck durch Verformung zu reagieren, wobei
          Gestein(spaket)e z.B. große und kleine Falten bilden können, aber auch mit Zerbrechen reagieren.
          ( zu "Tektonik" bei Wikipedia-Internet-Lexikon )


        Damals steckte die geologische Erforschung des Planeten Erde - aus heutiger Sicht - noch in den Kinderschuhen,
        ( - auch, weil viele technische Möglichkeiten für exakt meßbare Daten noch nicht verfügbar waren ).
        Für viele wissenschaftliche Entdeckungen mit international übergreifenden Bedeutungen wurden möglichst konkret beschreibende Begriffe gesucht, die sich international verwenden ließen.

        Man hatte bereits erkannt, daß es "alte" und "junge" Gesteine und sehr unterschiedlich alte Gebirge gab. Die jüngeren fielen als markante langgstreckte Höhenzüge auf (Alpen, Anden, Ural, usw.), welche erst später, außerhalb und um die alten Kontinentalkerne herum, gebildet worden waren.

      • Bekannt war also bereits, daß die Kontinente im Laufe der Erdgeschichte um alte "Kontinentalkerne" angewachsen waren, "Ur-Kontinent" oder KRATON genannt.
        • - Die Gesteine eines Kraton-Gebietes werden zuweilen auch "Grundgebirge"genannt, zuweilen bezeichnet als "Urgestein"; das enthält
          • magmatisches Tiefengestein ( z.B. Granit ) und
          • "metamorphisierte" (umgewandelte) Gesteine wie Gneise, Schiefer, usw.
            ( Hinweis : - vermutlich seien 2/3 aller Granit-ähnlichen Gesteine aus Schmelzen auskristallisiert, die beim höchsten Grad der Gesteinsumwandlungen ( Metamorpohose ) durch erneutes Aufschmelzen unter hohem Druck+Temperatur entstanden . )
        • Die Landschaftsformen älterer Gebirge zeichnen sich durch weniger zackige, kantige Topographie, sondern mehr durch sanft geschwungene Formen aus, welche auf lang anhaltende Zeiten der Abtragung (Erosion) schließen lassen, - die vorherrschende Ansicht eines Kraton-Gebietes.

      • Die alten Kontinentalkerne galten deshalb als "konsolidiert", weil ihre Gestein(spaket)e bereits über hunderte Milionen Jahre weitgehend unverändert blieben als "endgültig feste" Partien der äußeren festen Gesteinskruste des Planeten Erde (, die sich im Laufe der Erdgeschichte fortlaufend vergrößert und verfestigt hat - was sich wohl weiterhin auch in die Zukunft so fortsetzen wird).
        Mit Kraton wurden demnach Erdkrustenteile bezeichnet, die als starre "Platten" bereits seit langem "stabil" waren und auch zukünftig wohl nicht mehr in neue Phasen der Gebirgsbildung (Orogenese) einbezogen würden. Erkannt war aber bereits, daß auch ein Kraton durch neuen tektonischen Druck zerbrechen und sich Gräben und Horste bilden können. ( Das wurde auch als "germanotyp" bezeichnet. )

        Beispiel für eine aktuelle europäische Grabenbildung ist der Oberrheintalgraben.
        STILLEs Schüler SCHÖNENBERG wies zuweilen in Vorlesungen und Vorträgen darauf hin, daß Hans Stille selbst oft gesagt habe, "das ist eine Stelle, da kann Europa aus dem Leim gehen ( auseinanderbrechen ) !" - Die derzeitige und vermutlich weiterhin fortlaufende Absenkung von ca. 0,5-1 mm pro Jahr, entspricht immerhin 0,5-1 m in nur 1000 Jahren bzw. einen halben bis 1 km in 1 Mio Jahren, - die "ersten Menschen" gebe es seit über 2 Millionen Jahren .)


        Damalige Altersbestimmungen fußten maßgeblich auf dem Vergleich der in den Gesteinen eingebetteten Fossilien. Es war die Hochzeit der klassischen Paläontologie und "Biostratigraphie", welche mit "Leitfossilien" ermöglichte, Gesteine altersmäßig dadurch einzuordnen, daß man sie anhand der erhaltenen Fossilien als gleich alt, jünger oder älter einstufen konnte.

        Erst die späteren technischen Revolutionen und die Möglichkeiten, natürlich radioaktiv strahlende Elemente zur Altersbestimmung zu nutzen, erzeugten "absolut" gemessene Datenreihen zum Gesteinsalter.

        Vorstellungen von "Kontinentalverschiebung" ( Alfred Wegener ) waren noch nicht allgemein akzeptiert, die "Plattentektonik" als Theorie gab es noch nicht. Erst später, als man auch Bohrungen zum Ozeanboden abteufen konnte, zeigten Messungen, daß der Untergrund aller Meeresböden ( ozeanische Erdkruste ) nur maximal gute 200 Mio Jahre alt sei, wogegen die ältesten Gesteine der Erdkruste auf den Kontinenten ( kontinentale Erdkruste ) Alter von z.T. bis über 3,5 Mrd. Jahre zeigten.
        Das war eine bahnbrechende wichtige Erkenntnis
        , mit welcher der bis dato weiter und oft unkommentiert auch in Nachschlagwerken und geologischen Wörterbüchern verzeichnete Begriff "Tiefkratone" hätte endgültig korrigiert und getilgt oder als veraltete falsche Interpretation gekennzeichnet werden sollen. - Aus heutiger Sicht und Kenntnis erscheint klar, daß eben ein so junges Getein wie die ozeanische Kruste des Weltmeeres gar nicht "konsolidiert" ist.
        Der Begriff "konsolidiert" war also falsch auf die Ozeanböden übertragen worden, aber der Begriff "Tief-Kraton" hat sich noch lange gehalten. "Tiefkraton" wurde auch nach besserer Kenntnis über die ozeanische Erdkruste später noch für die Gesteinskruste unter den Ozeanen ( ozeanische Kruste ) benutzt , (obwohl Ozeankruste eben nicht "konsolidiert" ist ). "Tief-Kraton" ist bis heute in etlichen Wörterbüchern überliefert.

        Kraton sollte als geologischer Begriff nur für die alten Festland-/oder Kontinentalkerne angewendet werden.

        siehe auch "Kraton"



  •    Zitate zu KRATON als Geo-Begriff


    als Artikel wird bei Kraton "das", oft auch "der" genutzt

    hier wird darauf hingewiesen, daß Kraton als Wort zugleich Gegensatz zum Wort "Orogen" ist, was in der Geologie als Fachbegriff für "Gebirge" verstanden wurde, abgeleitet vom Begriff "Orogenese" für die Prozesse der "Gebirgsbildung". - Die Mode, einen spezifischen Fachbegriffe (Terminus) in wissenschaftlichen Fachbereichen international zu verwenden hatte spachübergreifend den Vorteil, daß Wissenschaftler anhand solcher Begriffe als Stichwort Arbeitstitel, Artikel, Bücher usw. leichter bestimmten Wissensgebieten zuordnen könnten, die mit einem möglichst kurzen Wort eine ganz bestimmte, auch komplizierte Bedeutung haben könn(t)en.




     



     

    Anmerkung : auch dieser Beitrag weist auf den KOBER-Begriff "Kratogen" hin; - Hinweis : leider ist die frühere Deutung "Tief-Kratone" eigentlich Quatsch (s.o.), weil Altersbestimmungen inzwischen zeigten, daß die gesamten Ozeanböden nur sehr junge Gesteine aufweisen und noch nicht "konsolidiert" sein können ! , → siehe Anmerkung oben ! Es mag die Verwirrungen spiegeln, denen zumindest eine Generation herangebildeter Geolog/innen ausgesetzt war im Zuge der Versuche, alte und neue Wissenschaftstheorien miteinander in harmonischen Einklang zu bringen ...




     

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    Vulkan Merapi
    Besteigungshinweise



    Modell Kira-Kira mit Therapside  ( Sauropode ), Südamerika-Sammlung v.Huehne,   Geol.-Paläontologisches Museum, Universität Tübingen, Foto: Eike Grätzel

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